Gemeinschaftspraxis Dr. med. Susanne Kunz, Andreas Flörchinger

Anthroposophische Medizin entwickelt ihr therapeutisches Handeln auf Grund eines erweiterten Menschenbildes. Die Schulmedizin richtet ihr Krankheitsverständnis nur auf die Funktionen des Körpers. Auch jeder anthroposophische Arzt durchläuft eine naturwissenschaftlich-schulmedizinische Ausbildung, ergänzt diese aber dann durch die Erkenntnis eines freien seelisch- geistigen Menschenwesens, das in den Körperfunktionen lebt. Im Zusammenklang zwischen Körper, Seele und Geist entsteht so die menschliche Biografie mit ihren Schicksalsereignissen, ihrem Gesundheitspotential und ihren Krankheiten.

Durch dieses erweiterte Menschenbild wird der kranke Mensch nicht auf ein  Mosaik von ärztlichen Befunden und Laborwerten reduziert, sondern als Individualität erkannt, die sich  im Verlauf ihrer Biografie mit der Krankheit auseinandersetzt und sich an ihr entwickelt. Der Patient wird als mündig betrachtet und ist aufgefordert aktiv an seiner Gesundung und Entwicklung mitzuarbeiten.

Die anthroposophischen Heilmittelwerden aus allen Naturbereichen gewonnen und sind mineralischen, pflanzlichen und tierischen Ursprungs. Durch spezielle Herstellungsverfahren und Potenzierung werden Natursubstanzen in heilende Substanzen verwandelt. Eine besondere Stellung kommt hierbei der Metalltherapie und der Misteltherapie zu. Die Mistel als wichtiges Heilmittel bei Krebserkrankungen findet inzwischen auch zunehmend Anerkennung im schulmedizinischen Bereich. Da jede Krankheit ein Ungleichgewicht im Zusammenklang des körperlichen , seelischen und geistigen Menschen darstellt, werden die anthroposophischen Heilmittel entsprechend dieses Ungleichgewichtes komponiert und sind daher oft aus mehreren Heilsubstanzen zusammengesetzt.

Die Therapie mit den anthroposophischen Heilmittelnwird ergänzt durch rhythmische Massagen, Einreibungen, Wickel und Auflagen. Eine wichtige Stellung im anthroposophischen Therapiekonzept nimmt die Kunsttherapie ein, die sich ganz an die individuelle Entwicklung des Patienten und seiner aktiven Mitarbeit an der Gesundung richtet. Zu den anthroposophischen Kunsttherapien gehören Heileurythmie, Sprachgestaltung, Plastisch-therapeutisches Gestalten, Malen und Musiktherapie.

Die Anthroposophische Medizinwurde Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts von Dr. Rudolf Steiner (1861 - 1925) gemeinsam mit der Ärztin Dr. Ita Wegman (1876 - 1943) entwickelt. Sie wird inzwischen weltweit praktiziert. Im Laufe der Jahrzehnte sind anthroposophische Kliniken, Sanatorien, zahlreiche Arztpraxen und eigenständige therapeutische Institute entstanden.  Die Zusatzbezeichnung Anthroposophische Medizin wird nur dann verliehen, wenn der Arzt einen ausführlichen Ausbildungsgang mit Abschlußprüfung auf diesem Gebiet  durchlaufen hat.